Am 5. Oktober 2026 kam der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Laufach erneut zusammen. Diesmal standen mehrere Themen auf der Tagesordnung, die unmittelbar mit den Finanzen unserer Gemeinde zu tun haben – von Wasser- und Kanalgebühren über die Feuerwehr bis hin zur überörtlichen Prüfung der Gemeindefinanzen.
Wie schon bei der letzten Sitzung zeigt sich dabei: Hinter vielen kommunalen Entscheidungen stehen nicht nur einzelne Projekte, sondern langfristige finanzielle Auswirkungen.
Unterstützung für die Thomas-Morus-Kirche
Ein Punkt war die geplante Innenraumrenovierung der Thomas-Morus-Kirche. Die derzeitige Kostenprognose liegt bei rund einer Million Euro. Die Verwaltung schlug vor, entsprechend der bisherigen Förderpraxis eine Unterstützung in Höhe von fünf Prozent der Kosten in Aussicht zu stellen.
Bei der derzeitigen Kostenschätzung würde dies einer Förderung von rund 50.000 Euro entsprechen. Ausgezahlt werden soll die Förderung erst nach Abschluss der Maßnahme und Vorlage entsprechender Kosten- und Projektnachweise. Die notwendigen Haushaltsmittel sollen für 2028 berücksichtigt werden.
Neues Budgetmodell für die Feuerwehr
Auch die Budgetvereinbarung der Feuerwehr Gemeinde Laufach wurde überarbeitet.
Für das Jahr 2026 umfasst das Budget insgesamt 47.600 Euro. Eine wichtige Neuerung betrifft nicht verbrauchte Mittel: Künftig sollen diese vollständig in das folgende Haushaltsjahr übertragen werden können. Der angesparte Budgetrest ist dabei auf insgesamt 20.000 Euro begrenzt und darf ausschließlich für Zwecke der Feuerwehr verwendet werden.
Das halte ich grundsätzlich für einen sinnvollen Ansatz. Wenn Mittel nicht allein deshalb ausgegeben werden müssen, weil zum Jahresende ein Verfall droht, entsteht mehr Spielraum für eine vernünftige und langfristige Beschaffungsplanung – zum Beispiel bei Schutzkleidung, Funktechnik oder Spezialausrüstung.
Wassergebühren sollen steigen
Besonders relevant für viele Haushalte ist die neue Kalkulation der Wassergebühren für den Zeitraum 2027 bis 2029.
Der bisherige Preis liegt bei 3,45 Euro pro Kubikmeter. Nach der aktuellen Kalkulation soll die Gebühr auf 3,99 Euro pro Kubikmeter steigen.
Hintergrund ist unter anderem ein erwarteter Fehlbetrag von rund 232.000 Euro. Gleichzeitig ist der Wasserverbrauch im vergangenen Kalkulationszeitraum von etwa 235.000 auf rund 210.800 Kubikmeter gesunken. Weniger verkaufte Wassermengen treffen damit auf steigende Personal-, Investitions- und Abschreibungskosten.
Ein Punkt verdient dabei aus meiner Sicht besondere Aufmerksamkeit: Zum Zeitpunkt der Vorlage lagen noch nicht alle Haushalts- und Finanzplandaten des zuständigen Zweckverbands vor. Gerade wenn Gebühren für mehrere Jahre kalkuliert werden, ist eine möglichst belastbare Datengrundlage wichtig.
Auch die Kanalgebühr wird angepasst
Bei der Abwasserbeseitigung soll die Gebühr ebenfalls steigen.
Bisher werden 2,99 Euro pro Kubikmeter erhoben. Vorgeschlagen ist künftig ein Satz von 3,18 Euro pro Kubikmeter.
Wasser und Abwasser zusammen würden damit künftig 7,17 Euro pro Kubikmeter kosten. Nach Berechnung der Verwaltung bedeutet die gesamte Erhöhung für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit rund 120 Kubikmetern Verbrauch etwa 90 Euro zusätzliche Kosten im Jahr. Sitzung_Haupt- u. Finanzausschu…
Die Grundgebühren sollen dagegen unverändert bleiben.
In den kommenden Jahren wird sich das System allerdings nochmals verändern: Für die Abwasserentsorgung ist die Einführung einer gesplitteten Abwassergebühr vorgesehen. Damit wird künftig stärker zwischen Schmutz- und Niederschlagswasser unterschieden.
Prüfbericht des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands
Ein umfangreicher Tagesordnungspunkt war außerdem der Bericht des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands, kurz BKPV.
Geprüft wurden die Jahresrechnungen 2021 bis 2024 sowie verschiedene Bereiche der Gemeindeverwaltung.
Zunächst positiv: Der Prüfungsverband bewertet die finanzielle Situation der Gemeinde im untersuchten Zeitraum insgesamt als gut. Die Gemeinde konnte ihre Investitionen ohne neue Kreditaufnahmen finanzieren. Der Schuldenstand sank bis Ende 2024 auf knapp 1,8 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag mit rund 351 Euro deutlich unter dem Vergleichswert ähnlich großer Kommunen von 949 Euro.
Gleichzeitig enthält der Bericht verschiedene Hinweise und Beanstandungen, die nun abgearbeitet werden sollen.
Besonders im Bereich der Informationstechnik wurden Verbesserungsmöglichkeiten festgestellt. Dazu gehören unter anderem die Nachvollziehbarkeit administrativer Änderungen, Berechtigungen, das Update- und Patchmanagement sowie regelmäßige Tests zur Wiederherstellung von Datensicherungen.
Solche Punkte wirken auf den ersten Blick sehr technisch. Sie sind aber wichtig, weil eine moderne Gemeindeverwaltung mit vielen sensiblen Daten arbeitet und funktionierende IT inzwischen genauso zur kommunalen Infrastruktur gehört wie Gebäude oder Straßen.
Was nehme ich aus der Sitzung mit?
Für mich zeigt auch diese Sitzung, wie breit die Arbeit im Haupt- und Finanzausschuss ist.
Auf der einen Seite geht es darum, dass Leistungen der Gemeinde zuverlässig finanziert werden können. Wasser, Abwasser, Feuerwehr oder Kinderbetreuung funktionieren nicht ohne ausreichende finanzielle Mittel.
Auf der anderen Seite müssen wir genau hinschauen, wenn Gebühren steigen oder langfristige finanzielle Verpflichtungen eingegangen werden.
Gerade bei solchen Entscheidungen ist mir wichtig, dass die Zahlen nachvollziehbar sind und wir gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern erklären können, warum eine Entscheidung notwendig ist.
Denn solide Finanzpolitik bedeutet für mich nicht einfach nur zu sparen. Sie bedeutet, Prioritäten zu setzen, vorausschauend zu planen und dafür zu sorgen, dass Laufach auch langfristig handlungsfähig bleibt.
Über Inhalte aus dem nichtöffentlichen Teil der Sitzung berichte ich selbstverständlich nicht.