Was wurde in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 8. Juni 2026 beraten und beschlossen?
Nach der konstituierenden Sitzung im Mai ging es für den neuen Gemeinderat nun stärker in die konkrete Sacharbeit. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die kommunale Wärmeplanung, ein ungewöhnliches Wohnbauprojekt und die Gebühren für das Freizeitgelände an der Spessartrampe.
🌡️ Wie könnte Laufach künftig heizen?
Ausführlich vorgestellt wurde der aktuelle Stand der kommunalen Wärmeplanung. Laufach erstellt diese gemeinsam mit den anderen WESPE-Kommunen. Trotzdem erhält jede Kommune am Ende einen eigenen, individuellen Wärmeplan. Für die Erstellung erhält Laufach vom Freistaat eine Ausgleichszahlung von 52.100 Euro.
Das klingt zunächst sehr technisch, hat aber einen praktischen Hintergrund: Für unterschiedliche Bereiche unserer Gemeinde soll untersucht werden, welche Wärmeversorgung künftig sinnvoll sein könnte. Dabei werden bestehende Netze und Wärmebedarfe ebenso betrachtet wie erneuerbare Energien, mögliche Abwärme und die Wirtschaftlichkeit verschiedener Lösungen.
Wichtig für Hauseigentümer: Der Wärmeplan schreibt niemandem vor, welche Heizung eingebaut werden muss. Laut den Sitzungsunterlagen hat er zunächst Orientierungscharakter und begründet für Bürgerinnen und Bürger weder einen Anschlusszwang noch die Verpflichtung zu einer bestimmten Heizungstechnologie.
Der Gemeinderat nahm den vorgestellten Sachstand zustimmend zur Kenntnis.
🏠 Bauturbo: Einstimmig grünes Licht für ein Nurdachhaus
Besonders interessant fand ich einen Bauantrag in der Eichgartenstraße. Dort soll ein eingeschossiges sogenanntes Nurdachhaus entstehen.
Das Besondere: Das Gebäude liegt vollständig außerhalb der bisherigen Baugrenzen. Vorgesehen sind unter anderem eine Baugrenzenüberschreitung von 72 Quadratmetern, eine andere Dachneigung und eine eingeschossige statt der im Bebauungsplan vorgesehenen zweigeschossigen Bauweise.
Die normalen bauplanungsrechtlichen Regelungen reichten deshalb nach Einschätzung der Bauaufsicht nicht aus. Möglich wird das Vorhaben durch die neuen Regelungen zur Beschleunigung des Wohnungsbaus – den sogenannten „Bauturbo“.
Die Verwaltung empfahl die Zustimmung. Wir haben im Gemeinderat einstimmig mit 18:0 zugestimmt. Damit wurde die gemeindliche Zustimmung nach § 36a BauGB erteilt.
Die Unterlagen zeigen auf den Seiten 13 und 14 auch sehr anschaulich, wie das geplante Nurdachhaus aussehen soll: eine markante, bis zum Boden gezogene Dachkonstruktion in Holzbauweise.
🚂 Neue Gebührensatzung für die Spessartrampe
Beschlossen haben wir außerdem eine überarbeitete Gebührensatzung für die gemeindliche Zeltwiese und das Freizeitgelände „Eisenbahnerlebnis Spessartrampe“.
Die eigentlichen Nutzungsgebühren reichen – je nach gebuchtem Bereich – von 120 Euro für den Kommunikationstreff bis zu 350 Euro für Zeltwiese, Servicestation und Kommunikationstreff zusammen. Die Beträge verstehen sich inklusive Nebenkosten und Mehrwertsteuer.
Hinzu kommt eine Kaution von 300 Euro. Die Satzung enthält außerdem klare Stornierungsbedingungen.
Der Neuerlass wurde von uns einstimmig mit 18:0 beschlossen.
💍 Zweiter Bürgermeister darf Eheschließungen vornehmen
Ebenfalls einstimmig haben wir unseren Zweiten Bürgermeister Rudolf Spinnler erneut zum Eheschließungsstandesbeamten bestellt.
Damit darf er bis zum Ende der Amtszeit am 30. April 2032 Eheschließungen vornehmen und die damit unmittelbar verbundenen personenstandsrechtlichen Aufgaben erledigen. Der Beschluss fiel mit 17:0 Stimmen.
🚒 2.000 Euro für die Feuerwehr
Im Bericht des Bürgermeisters gab es außerdem eine schöne Nachricht aus dem Ehrenamt: Der Feuerwehrverein der Freiwilligen Feuerwehr Laufach hat einen Zuschuss von 2.000 Euro für den „Ruckzuck-Pavillon“ des LF20 gewährt.
Außerdem bedankte sich Bürgermeister Friedrich Fleckenstein bei den Hainer Ortsvereinen sowie den Mitarbeitenden von Bauhof und Gemeindewerken für das Spessartrampenfest.
Was ich aus der Sitzung mitnehme
Für mich zeigt diese Sitzung sehr schön, wie unterschiedlich die Themen im Gemeinderat sein können.
Bei der Wärmeplanung geht es um eine langfristige Orientierung für die Energieversorgung unserer Gemeinde. Beim Nurdachhaus mussten wir dagegen eine ganz konkrete Entscheidung treffen und erstmals die neuen Möglichkeiten zur Beschleunigung des Wohnungsbaus anwenden. Und bei der Spessartrampe ging es darum, klare Regeln für eine kommunale Freizeiteinrichtung zu schaffen.
Ich habe den beiden konkreten Sachbeschlüssen zum Nurdachhaus und zur neuen Gebührensatzung für die Spessartrampe zugestimmt. Beide Entscheidungen wurden im Gemeinderat einstimmig getroffen.
Genau solche Entscheidungen möchte ich auf meiner Gemeinderatsseite transparent machen. Denn vieles, was im Gemeinderat entschieden wird, klingt in einer Tagesordnung zunächst sehr formal – hat am Ende aber ganz konkrete Auswirkungen auf das Leben und die Entwicklung unserer Gemeinde.